Clindaseptin 25 mg/ml

Clindaseptin 25 mg/ml

Lösung zum Eingeben für Katzen und Hunde
(Gebrauchsinformation)
 
Anwendungsgebiete:
Katze: Zur Behandlung von infizierten Wunden und Abszessen, verursacht durch Clindamycinempfindliche Stämme von Staphylococcus spp. und Streptococcus spp. 
 
Hund: Zur Behandlung von infizierten Wunden, Abszessen und Maulhöhlen-/ Zahninfektionen, die durch Clindamycin-empfindliche Stämme von Staphylococcus spp., Streptococcus spp., Bacteroides spp., Fusobacterium necrophorum oder Clostridium perfringens verursacht werden oder an denen diese Erreger beteiligt sind. Als Begleittherapie zur mechanischen oder chirurgischen peridontalen Therapie bei der Behandlung von Infektionen des Zahnfleisches und des peridontalen Gewebes. Zur Behandlung von Osteomyelitis, die durch Staphylococcus aureus verursacht wird.

Zieltierart(en):
Katze und Hund

Genehmigungsdatum der Packungsbeilage:
März 2013

Weitere Angaben:
Packungsgrößen: Faltschachtel mit 1 Flasche mit 22 ml.

Veterinärmedizinische Clindamycin Grenzwerte sind für den Hund und Haut- und Weichteilinfektionen, verursacht durch Staphylococcus spp., verfügbar:
S ≤0.5µg/ml;
I=1-2µg/ml;
R ≥ 4µg/ml
(CLSI Januar 2010).
 
Wirkstoff(e) und sonstige Bestandteile:
1 ml Lösung zum Eingeben enthält:
Wirkstoff: Clindamycin 25 mg (als Clindamycinhydrochlorid 27,15 mg)
Sonstige Bestandteile, deren Kenntnis für eine zweckgemäße Verabreichung des Mittels erforderlich ist: Ethanol 96 % 90,56 mg

Klare, farblose Lösung.

Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei Kaninchen, Hamstern, Meerschweinchen, Chinchillas, Pferden oder Wiederkäuern, da Clindamycin bei diesen Tierarten schwere gastrointestinale Störungen hervorrufen kann. Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Clindamycin, Lincomycin oder einem der sonstigen Bestandteile.

Nebenwirkungen:
Gelegentlich werden Erbrechen und Durchfall beobachtet. Mitunter kommt es durch die Anwendung von Clindamycin zu einem Überwuchern durch unempfindliche Organismen wie resistente Clostridien oder Hefen. Tritt eine Superinfektion auf, ist die Behandlung abzubrechen und es sind je nach klinischer Situation entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Falls Sie Nebenwirkungen, insbesondere solche, die nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind, bei Ihrem Tier feststellen, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt oder Apotheker mit.
 
Dosierung für jede Tierart, Art und Dauer der Anwendung:
Zum Eingeben.

Empfohlene Dosierung:

Katze:
Infizierte Wunden, Abszesse: 11 mg Clindamycin pro kg Körpergewicht alle 24 Stunden oder 5,5 mg/kg alle 12 Stunden über 7 bis 10 Tage. Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn nach 4 Tagen keine therapeutische Wirkung feststellbar ist.

Hund:
Infizierte Wunden, Abszesse, Maulhöhlen- und Zahninfektionen: 11 mg Clindamycin pro kg Körpergewicht alle 24 Stunden oder 5,5 mg/kg alle 12 Stunden über 7 bis 10 Tage. Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn nach 4 Tagen keine therapeutische Wirkung feststellbar ist.
Behandlung von Knocheninfektionen (Osteomyelitis): 11 mg Clindamycin pro kg Körpergewicht alle 12 Stunden über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen. Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn nach 14 Tagen keine therapeutische Wirkung feststellbar ist.

Dosierung - Zu verabreichende Menge pro kg Körpergewicht
5,5 mg/kg - Entsprechend ca. 0,25 ml pro kg
11 mg/kg - Entsprechend ca. 0,5 ml pro kg

Hinweise für die richtige Anwendung:
Zur leichteren Anwendung des Tierarzneimittels ist eine graduierte 3 ml-Spritze beigefügt.

Wartezeit:
Nicht zutreffend.

Besondere Lagerungshinweise:
Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.
Das Arzneimittel nach Ablauf des auf Behältnis und äußerer Umhüllung angegebenen Verfalldatums nicht mehr anwenden.
Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen des Behältnisses: 28 Tage.

Besondere Warnhinweise:
Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bei Tieren:
Die unsachgemäße Anwendung des Tierarzneimittels kann die Prävalenz von Bakterien erhöhen, die gegen Clindamycin resistent sind. Der Einsatz von Clindamycin sollte möglichst nur nach Durchführung einer Empfindlichkeitsprüfung erfolgen. Siehe Abschnitt „Weitere Angaben“ für Informationen zum klinischen Grenzwert von Clindamycin. Bei der Anwendung des Tierarzneimittels sind die amtlichen und örtlichen Regelungen für Antibiotika zu beachten. Clindamycin weist Parallelresistenz zu Lincomycin und Koresistenz zu Erythromycin auf. Es wurde partielle Kreuzresistenz zu Erythromycin und anderen Makroliden beobachtet.
Bei Verabreichung hoher Clindamycindosen oder während einer Langzeittherapie von einem Monat oder länger sollten Leber- und Nierenfunktion sowie Blutbild regelmäßig untersucht werden. Bei Hunden und Katzen mit Nieren- und/oder Leberproblemen, die mit schweren Stoffwechselstörungen einhergehen, sollte die zu verabreichende Dosis sorgfältig bestimmt und die Behandlung durch Serumuntersuchungen überwacht werden.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für den Anwender:
Nach der Anwendung Hände waschen. Anwender mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Lincosamiden (Lincomycin und Clindamycin) sollten den Kontakt mit dem Tierarzneimittel vermeiden. Im Fall einer versehentlichen Einnahme ist unverzüglich ein Arzt zu Rate zu ziehen und die Packungsbeilage oder das Etikett vorzuzeigen.

Anwendung während der Trächtigkeit, Laktation oder der Legeperiode:
Studien mit hohen Dosierungen an Ratten lassen vermuten, dass Clindamycin nicht teratogen ist und die Zuchtleistung von männlichen und weiblichen Tieren nicht signifikant beeinträchtigt. Die Verträglichkeit des Tierarzneimittels wurde bei trächtigen Hündinnen/Kätzinnen und Deckrüden/-katern jedoch nicht untersucht. Die Anwendung sollte nur nach einer Nutzen-Risiko-Bewertung des behandelnden Tierarztes erfolgen. Clindamycin kann die Blut-Milch-Schranke passieren. Demzufolge kann die Behandlung von laktierenden Muttertieren bei den Welpen Durchfall verursachen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und andere Wechselwirkungen:
Bei Clindamycin wurden neuromuskulär blockierende Effekte beobachtet, die möglicherweise die Aktivität von anderen neuromuskulär blockierenden Arzneimitteln verstärken können. Die gleichzeitige Anwendung solcher Arzneimittel sollte mit Vorsicht erfolgen. Clindamycin sollte nicht zusammen mit Chloramphenicol oder Makroliden angewendet werden, da diese die gleiche Bindungsstelle an den Ribosomen besetzen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Clindamycin und Aminoglykosiden (z.B. Gentamicin) kann das Risiko schädlicher Wechselwirkungen (akutes Nierenversagen) nicht ausgeschlossen werden. Clindamycin kann den Cyclosporinspiegel senken, deshalb sollte eine gleichzeitige Anwendung vermieden werden.


Überdosierung (Symptome, Notfallmaßnahmen und Gegenmittel), falls erforderlich:
Dosierungen von 300 mg/kg wurden von Hunden ohne Nebenwirkungen vertragen. Erbrechen, Appetitverlust, Durchfall, Leukozytose und erhöhte Leberwerte (AST, ALT) wurden gelegentlich beobachtet. In solchen Fällen sollte die Behandlung sofort abgebrochen und eine symptomatische Therapie eingeleitet werden.

Inkompatibilitäten:
Nicht mit anderen Tierarzneimitteln mischen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Entsorgung von nicht verwendetem Arzneimittel oder von Abfallmaterialien, sofern erforderlich:
Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vorzugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzugeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein missbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Name und Anschrift des Zulassungsinhabers und, wenn unterschiedlich, des Herstellers, der für die Chargenfreigabe verantwortlich ist:
Chanelle Pharmaceuticals Manufacturing Ltd.
IDA Industrial Estate
LOUGHREA, GALWAY
IRLAND